Tür schleift am Boden – was tun?
Schwierigkeit: Mittel · Dauer: ca. 30 Minuten
Erst ein leises Kratzen, irgendwann zieht die Tür einen sichtbaren Streifen über Parkett oder Teppich: Eine schleifende Tür nervt – und ruiniert auf Dauer den Boden. Die gute Nachricht: Meist lässt sich das ohne Schreiner beheben.
Wichtig ist, zuerst die Ursache zu klären. Entweder ist die Tür über die Jahre in den Bändern (den Scharnieren) abgesackt – oder ein neuer, höherer Bodenbelag hat ihr buchstäblich den Platz genommen. Je nach Antwort führt einer von drei Wegen zum Ziel.
Das brauchst du
- Inbusschlüssel-Set (für verstellbare Türbänder)
- Fitschenringe (kleine Unterlegringe für die Scharnierstifte)
- Eine zweite Person zum Aushängen der Tür
- Bleistift und Streichmaß zum Anzeichnen
- Schleifklotz mit Schleifpapier
- Handhobel oder Säge mit Führungsschiene (bei mehr als ca. 5 mm)
- Malerkrepp gegen ausgefranste Kanten
Schritt für Schritt
- 1
Ursache klären
Schau dir an, wo und seit wann die Tür schleift. Schleift sie erst, seit ein neuer Boden liegt, fehlt ihr schlicht die Luft nach unten – dann helfen nur die Schritte 4 und 5. Hat sich das Schleifen über Monate eingeschlichen, ist die Tür in ihren Bändern, also den Scharnieren, abgesackt – dann geht es mit Schritt 2 oder 3 weiter.
- 2
Verstellbare Bänder justieren (Lösung A)
Moderne Türbänder haben kleine Innensechskant-Schrauben zum Justieren, oft versteckt unter einer Abdeckkappe. Dreh die Schraube für die Höhe mit dem Inbusschlüssel in kleinen Schritten und prüf nach jeder Vierteldrehung, ob die Tür wieder frei schwingt. So hebst du die Tür um einige Millimeter an, ganz ohne sie auszuhängen.
- 3
Fitschenringe unterlegen (Lösung B)
Klassische Stahl-Bänder ohne Verstellschrauben gleichst du mit Fitschenringen aus. Häng die Tür dazu aus: leicht öffnen und zu zweit gerade nach oben anheben. Steck auf jeden Scharnierstift einen Fitschenring und häng die Tür wieder ein – jeder Ring hebt sie ein kleines Stück an.
- 4
Tür zum Kürzen anzeichnen (Lösung C)
Liegt es am neuen Boden, zeichnest du zuerst an, wie viel weg muss: Fahr mit einem Streichmaß – oder einem Bleistift auf einem flachen Klotz – am Boden entlang und übertrag die Linie aufs Türblatt. Gib ein paar Millimeter Luft dazu, damit die Tür auch über Teppich und Schwellen frei schwingt.
- 5
Abschleifen oder absägen
Häng die Tür aus und leg sie auf eine stabile, weiche Unterlage. Wenige Millimeter trägst du mit Schleifklotz und Schleifpapier ab; bei mehr als etwa 5 mm nimmst du Hobel oder Säge mit Führungsschiene. Kleb die Kante vorher mit Malerkrepp ab, damit die Oberfläche nicht ausfranst. Wer sich das nicht zutraut, gibt diesen Teil an einen Schreiner ab.
- 6
Einhängen und Schwung testen
Häng die Tür wieder ein und öffne sie einmal über den kompletten Schwenkbereich – auch über Teppichkanten und Übergangsschienen. Schleift nichts mehr und schließt das Schloss sauber, ist die Arbeit geschafft.
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Foto hochladen →Häufige Fragen
- Ist die Tür abgesackt oder der Boden zu hoch?
- Ein Blick auf die Spalte hilft: Ist der Spalt rund um die Tür ungleichmäßig geworden – oben an der Schlossseite breiter, unten enger –, ist die Tür gesackt. Schleift sie dagegen erst, seit neuer Boden oder eine dickere Matte liegt, fehlt ihr einfach die Luft nach unten.
- Was sind Fitschenringe und wo bekomme ich sie?
- Fitschenringe sind kleine Metallringe, die du auf die Stifte der Türscharniere steckst – die Tür liegt danach etwas höher. Es gibt sie in jedem Baumarkt für wenige Cent. Wichtig: den Durchmesser passend zum Scharnierstift wählen, im Zweifel vorher nachmessen.
- Wie viel kann ich von einer Tür absägen?
- Wenige Millimeter sind fast immer unkritisch und mit Schleifen erledigt. Bei deutlich mehr arbeitest du mit Hobel oder Säge – und bei leichten Innentüren mit Wabenkern ist unten nur ein begrenzter Streifen Massivholz verbaut. Muss viel weg, frag besser einen Schreiner.