Heizkörper wird nicht warm – was tun?
Schwierigkeit: Einfach · Dauer: ca. 10 Minuten
Die Heizung läuft, aber ein Heizkörper bleibt kalt oder wird nur unten warm – und dazu gluckert es leise in den Rohren? Dann steckt sehr wahrscheinlich Luft im Heizkörper. Sie sammelt sich oben und verdrängt dort das heiße Heizungswasser.
Entlüften ist die einfachste Heizungs-Reparatur überhaupt: Du brauchst nur einen kleinen Vierkant-Schlüssel und einen Becher. In zehn Minuten ist die Luft draußen – danach lohnt sich noch ein kurzer Blick auf den Wasserdruck der Anlage.
Das brauchst du
- Entlüftungsschlüssel (kleiner Vierkant-Schlüssel aus dem Baumarkt)
- Becher oder Tasse zum Auffangen
- Lappen oder altes Handtuch
- Bei manchen Ventilen reicht auch ein Schlitzschraubendreher
- Optional: Schlauch fürs Nachfüllen (nur im eigenen Haus)
Schritt für Schritt
- 1
Thermostat voll aufdrehen
Dreh das Thermostatventil am betroffenen Heizkörper ganz auf. Wenn du Zugriff auf die Heizungsanlage hast, schalte die Umwälzpumpe kurz aus – alternativ warte 30 bis 60 Minuten. So kann sich die Luft oben im Heizkörper sammeln, statt durch die Rohre gewirbelt zu werden.
- 2
Entlüftungsventil finden
Das Entlüftungsventil sitzt oben am Heizkörper, auf der Seite gegenüber dem Thermostat – ein kleines Ventil mit Vierkant-Aufnahme. Leg den Lappen unter und halt den Becher schräg darunter, denn gleich kommt erst Luft, dann Wasser.
- 3
Ventil langsam öffnen
Setz den Entlüftungsschlüssel an und dreh das Ventil langsam eine Viertel- bis halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn – nie ganz herausdrehen. Du hörst ein deutliches Zischen: Das ist die Luft, die entweicht.
- 4
Schließen, sobald Wasser blasenfrei kommt
Erst spuckt das Ventil meist ein Luft-Wasser-Gemisch, dann kommt ein gleichmäßiger Strahl ohne Blasen – jetzt drehst du das Ventil im Uhrzeigersinn wieder zu, handfest reicht. Vorsicht: Das Wasser kann heiß sein.
- 5
Anlagendruck prüfen
Durch das Entlüften sinkt der Druck im Heizsystem leicht. Wirf deshalb einen Blick aufs Manometer an der Heizungsanlage: Im Einfamilienhaus sind typischerweise 1,5 bis 2 bar in Ordnung. Liegt der Zeiger darunter, füllst du über den KFE-Hahn – den kleinen Füll- und Entleerhahn am Kessel – mit einem Schlauch Wasser nach. In der Mietwohnung meldest du den niedrigen Druck stattdessen dem Vermieter oder der Hausverwaltung.
- 6
Alles zurückstellen und testen
Schalte die Umwälzpumpe wieder ein und stell das Thermostat auf die gewohnte Stufe. Nach kurzer Zeit sollte der Heizkörper gleichmäßig warm werden – ohne Glucker-Geräusche.
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Foto hochladen →Häufige Fragen
- Wie oft sollte ich Heizkörper entlüften?
- Einmal im Jahr zu Beginn der Heizsaison ist ein guter Rhythmus – und zusätzlich immer dann, wenn ein Heizkörper gluckert oder oben kalt bleibt. Luft sammelt sich vor allem, nachdem Wasser nachgefüllt oder an der Anlage gearbeitet wurde.
- Der Heizkörper ist unten warm und oben kalt – was heißt das?
- Das ist das klassische Zeichen für Luft: Sie steigt nach oben und verdrängt dort das Heizwasser, deshalb bleibt der obere Teil kalt. Nach dem Entlüften sollte der Heizkörper wieder gleichmäßig durchwärmen.
- Muss ich nach dem Entlüften Wasser nachfüllen?
- Mit der Luft entweicht immer auch etwas Wasser, der Anlagendruck sinkt also leicht. Prüf das Manometer: Im Einfamilienhaus sind 1,5 bis 2 bar typisch. Liegt der Druck darunter, füllst du nach – als Mieter informierst du stattdessen Vermieter oder Hausverwaltung.